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Kreisgruppe Mainz-Bingen

PM vom 12.10.16

Bald blüht´s und brummt´s in Büdesheim

Die Schwimmbadwiese in Bingen-Büdesheim wird zum Paradies für die Anwohnerschaft und für die Natur 

Auf der Schwimmbadwiese erarbeitete der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am Freitag, den 7. Oktober gemeinsam mit der Anwohnerschaft ein Konzept, wie der 1500 Quadratmeter große ehemalige Parkplatz des Büdesheimer Schwimmbads in Zukunft aussehen könnte. Im Rahmen des BUND-Projekts "Blühendes Rheinhessen – Farbtupfen für Wildbienen" soll die Fläche sogar zum "Leuchtturmprojekt" werden.

2015 wurde der Beteiligungsprozess „Alles im grünen Bereich - Büdesheim mitgestalten“ durchgeführt. Dabei kam heraus, dass die Anwohner/innen sich für Büdesheim unter anderem eine bunte „Sommerwiese mit Blumen“ vorstellen könnten. Welche gärtnerischen Elemente eignen sich noch, die im Moment sehr artenarme und eintönige Wiese in eine schöne, zum Aufenthalt geeignete blühende Wiese umzugestalten? Welche konkreten Wünsche bestehen seitens der Anwohnerschaft für die Fläche? Diese Fragen wurde am Freitagnachmittag bei Kaffee und Kuchen auf der "Wiese" mit etwa 25 Anwohnerinnen und Anwohner der Schwimmbadwiese gemeinsam mit Vertreter/innen des BUND Landesverbands und der BUND-Kreisgruppe Mainz-Bingen erörtert. Der BUND finanziert mit Mitteln der Stiftung Natur und Umwelt und der LOTTO-Glücksspirale das Planungskonzept für die Wiese. Der Umweltausschuss der Stadt Bingen befürwortete bereits im März die Umgestaltung. Weitere Entscheidungen im Herbst in den städtischen Gremien sind abzuwarten.

Auch Joseph Götze, Ehrenbürger von Bingen, Joseph Decker, Stadtrat in Bingen und Jürgen Krowas, Vorstandsmitglied des Büdesheimer Bürgervereins BYRTZE fanden am Freitag den Weg zur Schwimmbadwiese. "Der Heimatverein die BYRTZE unterstützt das Projekt des BUND und wünscht gutes Gelingen! Die Schwimmbadwiese sollte in jedem Fall pflegeleicht und natürlich sein," so Krowas. "Statt einer öden Rasenfläche kann hier bald ein Paradies entstehen, mit Sitzgelegenheiten, Schattenplätzen, einer Liegewiese und mit Rückzugsraum für Vögel und Wildbienen," kommentiert Tatjana Schneckenburger, Projektleiterin des BUND-Projekts "Blühendes Rheinhessen" und stellt Möglichkeiten zur Umgestaltung der Wiese vor. Gemeinsam mit Prof. Dr. Herbert Göttler, Vorsitzender der BUND Kreisgruppe Mainz-Bingen und Alexandra Stevens, Mitarbeiterin der Kreisgruppe, trug sie die konkreten Vorschläge der Anwohnerschaft zusammen und stellte sie zur Diskussion.

Ein erster Umgestaltungsvorschlag des BUND mit mehreren Naturgartenelementen findet positive Rückmeldung. "Nicht alles rechtwinklig, auch geschwungene, organische Formen kämen uns sehr entgegen," kommentiert ein Anwohner. Die Anwohnenden wünschen sich unter anderem die Kooperation mit dem nahe gelegenen Kindergarten, das Anbringen von Informationstafeln, eine Regulation des "Hundetourismus" und verschiedene Gehölze mit essbaren Früchten. Sehr wichtig ist der Anwohnerschaft weiterhin, dass genügend Parkplätze vorhanden sind, um Wildparken zu verhindern. "Mittlerweile wird sogar mitten auf der Wiese geparkt", so eine Anwohnerin. Aus Angst vor Bienenallergien äußern sich zwei Anwohner skeptisch, doch Angst vor Wildbienen, die sich nach der Umgestaltung der Wiese dort ansiedeln könnten, brauchen die Anwohnenden nicht zu haben: Wildbienen treten als Solitärbienen nicht in Schwärmen auf und stechen nicht. Die Anregungen der Anwohnerschaft lassen erkennen, dass starker Handlungsbedarf besteht. "Wir freuen uns sehr, dass die Anwohnerschaft sich so rege an der Gestaltung beteiligt und wir gehen heute mit vielen neuen Anregungen für das Planungskonzept nach Hause", freut sich Göttler vom BUND Mainz-Bingen.

Mehr als 150 Kulturpflanzen sind abhängig von der Bestäubung durch Insekten. Zum Beispiel sähe unser Frühstückstisch richtig leer aus ohne bestäubende Insekten: Fehlen würden Kaffee, Obst, Marmelade, Haselnusscremes, Honig, Tomaten, Gurken und Zwiebelschmalz und nicht zuletzt das Mohnbrötchen. Die Honigbiene kann die Bestäubungsarbeit nicht alleine bewältigen, sie mag Pollen und Nektar vieler, aber nicht aller Blüten. Wildbienen und andere Insekten gehen ihr bei der Arbeit zur Hilfe. Gleichzeitig regulieren sie das Vorkommen unerwünschter Insekten. In den ausgeräumten Agrarlandschaften Rheinhessens haben die fleissigen Bestäuberinnen aber nicht viel zu lachen: es gibt weder Blütenangebot noch gibt es ein sicheres und ungestörtes Zuhause. Deshalb ziehen sich Wildbienen häufig in die Vorgärten der Städte und Gemeinden zurück, wo der BUND im Projekt "Blühendes Rheinhessen – Farbtupfen für Wildbienen" in so genannten Leuchtturmprojekten Lebensraum und Nahrung für die Wildbienen schafft. Die rund 580 in Deutschland vorkommenden Wildbienenarten benötigen Pollen und Nektar für den Fortbestand und viele von Ihnen wohnen im Boden. Man kann aber auch mit geeigneten Nisthilfen einiges tun. Übrigens muss man keine Angst haben: der Stachel der bei uns vorkommenden Wildbienen kann dem Menschen in der Regel nichts anhaben.

Für Rückfragen:

Tatjana Schneckenburger, BUND Rheinland-Pfalz
tatjana.schneckenburger@bund-rlp.de

Mehr zum Projekt unter www.blumenwiesen-rlp.de  

 

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