Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

Kreisgruppe Mainz-Bingen

Pressemitteilung vom 28.5.2019

Tagfalterexkursion mit dem BUND Mainz-Bingen am 15.6.:

Schachbrett und andere Tagfalter in Bingen-Dromersheim

Die BUND Kreisgruppe Mainz-Bingen bietet am Samstag, 15. Juni von 10:30 bis etwa 12:30 Uhr eine Tagfalterexkursion in Bingen-Dromersheim an. Treffpunkt ist in der Kurmainzstraße 53.

In den Wiesen und an den Randstreifen rund um Dromersheim können verschiedene Tagfalter sowie ihre Raupen beobachtet und bestimmt werden. Das Schachbrett - der Schmetterling des Jahres 2019 - und andere Augenfalter sind auf den ungemähten Flächen zu erwarten. Im Juni können ebenfalls noch die Raupen des Tagpfauenauges und eventuell des Distelfalters angetroffen werden. Schmetterlingsexperte Wolfgang Düring erläutert unterwegs die speziellen Verhaltensweisen und Lebensbedürfnisse der Falter und gibt Tipps für einen schmetterlingsfreundlichen Garten. Die Exkursion ist kostenlos und für Erwachsene und Familien mit Kindern ab etwa fünf Jahren geeignet. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Bitte auf wettergemäße Kleidung und Sonnenschutz achten.

Weitere Informationen:

BUND Mainz-Bingen, Wolfgang Düring, 06725-963011, wolfgang.duering@t-online.de, mainz-bingen.bund-rlp.de

Zusatzinformationen zum Schachbrett – Schmetterling des Jahres 2019

Die BUND NRW Naturschutzstiftung hat gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen den Schachbrettfalter (Melanargia galathea) zum Schmetterling des Jahres 2019 gekürt. Mit der Auszeichnung möchte die Stiftung auf die Bedrohung der Schmetterlingsart durch die intensive Landwirtschaft aufmerksam machen. Entscheidend für das Vorkommen der Schmetterlinge sind nährstoffarme blütenreiche Wiesenbereiche, die bis Ende Juli noch nicht gemäht wurden. Denn nur dort lassen die Weibchen ihre Eier einzeln zu Boden fallen. Aufgrund von Düngung und einer frühen Mahd sind solche Wiesen heute in vielen Teilen Deutschlands selten geworden.

Der Schachbrettfalter besitzt ein einzigartiges Muster auf seinen Flügeln, das ihm seinen Namen gegeben hat. Die Flügel des Schmetterlings sind auf der Oberseite schwarz oder dunkelbraun und weiß gefärbt und wirken wie ein Schachbrett. Die Unterseite der Flügel ist weniger kontrastreich und zeigt mehrere schwarzbraune und weiße Augenflecken. Die Schmetterlinge haben eine Spannweite von 40-50 Millimetern und gehören damit zu den mittelgroßen Faltern. Die rosa gefärbten Raupen des Schachbrettfalters, die im Sommer aus den Eiern schlüpfen, überwintern in der Streu am Erdboden, ohne vorher Nahrung aufzunehmen. Erst im März des Folgejahres beginnen sie, an verschiedenen Gräsern zu fressen. Die älteren Raupen sind behaart und entweder graubraun oder grün gefärbt. Die Raupen sind nachtaktiv und können nachts mit der Taschenlampe leicht gefunden werden. Ab Mai verpuppen sich die Tiere in einem Gespinst am Erdboden. Die nach wenigen Wochen ausgewachsenen Schmetterlinge schlüpfen ab Mitte Juni und ernähren sich dann hauptsächlich vom Nektar violetter Blüten wie Flockenblume, Kratzdistel oder Skabiose.

Der Schachbrettfalter kommt in fast allen Regionen in Rheinland-Pfalz vor, so auch in Bingen, im Binger Wald, in Rheinhessen, im Soonwald und im Hunsrück. Es werden bevorzugt trockene, magere und einschürige Wiesen besiedelt. Das Schachbrett kann in kleinen Biotopen lokal häufig auftreten, aber in angrenzenden Gebieten fast vollständig fehlen. In Deutschland ist die Art derzeit noch nicht gefährdet, aber rückläufig. Aufgrund der frühen Mahd in der intensiven Landwirtschaft ist der Schachbrettfalter heute aus vielen Flächen verschwunden. Randstreifen an Bahndämmen, an Feldwegen oder Gräben können aber, wenn sie erst ab Anfang August gemäht werden,  leicht als Lebensräume für Schachbrettfalter hergerichtet werden. Auch eine größere Wiese im Garten ist als nährstoffarmes und trockenes Biotop geeignet.

Informationen zum Schachbrett und weitere Artenporträts von Tagfaltern in Rheinland-Pfalz auf der Homepage des BUND Rheinland-Pfalz:

www.bund-rlp.de/themen/tiere-pflanzen/schmetterlinge/artenportraets-der-tagfalter

BUND-Bestellkorb